Kriege der Antike - der dritte Punische Krieg
Dienstag, 01. Juli 2008149 bis 146 v. Chr.
Die Friedensforderungen der Römer an die Karthager konnten recht schnell nach dem Ende des zweiten punischen Krieges (201 v. Chr.) erfüllt werden (der Bericht über den zweiten Punischen Krieg ist in der Juniausgabe des Götterboten nachzulesen). Das war den innenploitischen Reformen Hannibals und dem Aufblühen des Handels zu verdanken. Rom lehnte jedoch eine Sofortzahlung ab, um Karthago in Abhängigkeit zu halten.
Karthago machte die Unabhängigkeit der Numidien schwer zu schaffen. Bei Streitigkeiten griffen die Römer zu Gunsten ihrer Verbündeten, den Numidien ein. Karthago durfte ohne römische Zustimmung keinen militärischen Aktionen durchführen, wodurch das karthagische Reich geschwächt war.
Die römische Haltung jedoch trieb den Unabhängigkeitswillen der Karthager an und viele ehemals Unschlüssige stellten sich gegen Rom. Nach erneuten Plünderungen der Numidien schlugen die Karthager zurück. Diese Verletzung des Friedensvertrages nahmen die Römer als Anlass erneut zum Krieg gegen Karthago zu rüsten. Als Problemreduzierung verlangte Rom zudem von seinen Kolonien (wie Numidien), sich Rom unterzuordnen und löste somit die gleichgestellten Partnerschaften in den Bündnissen auf.
150 v. Chr. beschloss Rom die Vernichtung des karthagischen Reiches, nach dem zweiten Punischen Krieg nur noch eine Mittelmacht. Zu diesem Beschluss verhalf Cato der Ältere, der jeder seiner Reden, egal welchen Themas, den Satz anhängte: Ceterum censeo Carthaginem esse delendam (Im übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss).
Die Kriegsbefürworter setzten sich im römischen Senat durch, trotz dass die Scipionen auf der bisherigen Lösung beharrten.
151 v. Chr. setzte die römische Flotte mit Ziel Karthago über das Mittelmeer. Die Karthager wollten den Krieg um fast jeden Preis verhindern und kamen allen römischen Forderungen nach, außer der, dass sie Karthago verlassen und sich im Umland ansiedeln sollten.
Im Jahre 149 v. Chr. begann die römische Belagerung Karthagos. Karthago, ehemals (bis zum ersten Punischen Krieg, der Bericht ist in der Maiausgabe des Götterboten nachzulesen) die größte Seemacht der damaligen Zeit, besaß einen so gut gebauten Hafen, dass es den Römern unmöglich war dort zu landen.
Vom letzten Tag des Januars bis zum 5. Februar 146 v. Chr. fand die sechstägige Eroberung der Stadt Karthago unter Publius Cornelius Scipio Aemilianus statt. 50.000 der 500.000 Karthager-Bewohner ergaben sich den Römern und wurden in die Sklaverei verkauft (eine Methode der damaligen Zeit die Kriegskassen zu füllen). Die anderen Bewohner starben als die Stadt geschliffen und dem Erdboden gleich gemacht wurde. Der Boden der Stadt wurde mit Salz ausgestreut, damit nie wieder etwas Lebendiges dort entstehen konnte: Der völlige Sieg Roms über Karthago.
Das Gebiet der ehemaligen Macht Karthagos wurde dem dem römischen Reich als Africa proconsularis eingegliedert. Erst Julius Caesar beschloss 46 v. Chr. die Wiedererrichtung Karthagos als Colonia Iulia Concordia Carthago. Kaiser (das Wort ist abgeleitet von Caesar, dem Herrschertitel; Caesar wird “Kaissar” ausgesprochen wenn man die damaligen lateinischen Quellen als Basis nimmt) Augustus erst begann diese Pläne Julius auszuführen.
Erst 3 Jahrhunderte nach Christus erlebt die Provinz einen wirtschaftlichen Aufschwung, was auf der gespannten Lage im übrigen römischen Reich begründet ist.
