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Kriege der Antike - der erste Punische Krieg

264 bis 241 v. Chr.

Aeneas, der mit seinem Vater und seinem Sohn aus dem brennenden Troja bei seiner Vernichtung durch die Griechen flieht, beginnt eine große Irrfahrt auf See. In seiner brennenden Heimatstadt befahl Jupiter dem jungen Adeligen trojanischer Herkunft die Flucht, um dann ein neues Troja errichten zu können.

Nach Jahren voller Abenteuer auf See erreicht Aeneas die nordafrikanische Stadt Karthago (etwa da, wo heute Tunis, die Hauptstadt Tunesiens liegt). Dort wird er am Hofe der Stadtherrscherin und Stadtgründerin Dido aufgenommen. Dido selbst wurde aus ihrer phönizischen Heimat durch ihren Bruder vertrieben. Ihren Mann verlor Dido durch die Hand ihres Bruders: Er brachte ihn aus Habgier um die Macht seiner Schwester um.

Venus, die Göttin der Liebe und Aeneas Mutter, entflammte in Dido die Liebe für den Heimatlosen. Juno, die Göttin der Geburt und der Ehre, die Beschützerin Didos, ging mit Venus ein Bündnis ein, so dass die beiden Menschen einander lieben und sich vereinigen. Eine Ehe wird nicht geschlossen, da Dido ihrem toten Mann geschworen hat, ihm immer die Frau zu sein.

Einige Zeit später, es mögen Jahre gewesen sein, erfährt Jupiter von dem Verweilen Aeneas bei Dido. Er sendet seinen Boten Merkur zu dem Sohn der Venus und erinnert ihn an seinen Schicksalsauftrag ein neues Troja zu errichten. Aeneas treibt der Gehorsam und er rüstet sich für die Abfahrt. Dido jedoch will ihn zurück halten, woraufhin Aeneas heimlich die Segel hissen und die Leinen kappen ließ.

Dido, getrieben von Kummer und Gram tötet sich selbst mit einem Schwert, welches Aeneas ihr geschenkt hatte. Ihr Sterbeort ist ein Scheiterhaufen, auf welchem Dido ihre letzten Worte spricht: Einen Racheschwur.

Aeneas erreicht nun recht bald Latium im heutigen Italien. Sein Nachfahre Romulus errichtet dort die Stadt Rom und ist Begründer des römischen Reiches (nachzulesen in den Februar- und Märzausgaben des Götterboten in den Artikeln über die Gründungsgeschichte Roms).

Jahrhunderte nach Didos Racheschwur treffen die Reiche Karthago und Rom in ihren territorialen Ausdehnbemühungen aufeinander. Eine alte Abmachung lautete, dass die Grenze zwischen den beiden Reichen in der Meerenge zwischen dem westlichen Italien und den Inseln davor (heute Korsika, Sardinien, Sizilien) liege. Als die Römer nun das sizilianische Messina (Stadt im Nord-Osten der Insel) besetzten, begingen sie Vertragsbruch und die Karthager nahmen das und den Racheschwur der Dido als Anlass, einen Krieg zu rüsten. Als die Römer eine Frist zum Verlassen von Messina verstreichen ließen begann die karthagische Belagerung der Stadt zu Land und zu See (264 v. Chr.).

262 v. Chr. drangen römische Legionen in karthagisches Gebiet Siziliens vor, eroberten die Stadt Akragas und verkauften die Bevölkerung in die Sklaverei. 261 v. Chr. rächten sich die karthagischen Truppen, indem sie ganze Landstriche der Insel, die die Römer besetzt hielten, plünderten und brandschatzten.

Den Römern wurde klar, dass sie mit den Landtruppen Karthago unterlegen waren und rüsteten eine große Flotte aus. 260 v. Chr. begegneten sich die feindlichen Flotten in zwei großen Schlachten. Während die erste Seeschlacht noch zu Ungunsten der Römer ausfiel, gelang es ihnen in der zweiten Seeschlacht ihre Flotte zu vergrößern. Zu dieser Zeit war es üblich, dass die Schiffe in einer Seeschlacht versuchten die gegnerischen Schiffe mittels eines Rammsporns zu versenken. Die Römer jedoch nutzten Enterbrücken und Enterhaken, um auf die karthagischen Schiffe zu gelangen und dort Mann gegen Mann kämpfend die Schiffe in ihre Gewalt zu bringen.

Diese Umlagerung der Taktik einer Seeschlacht zur Taktik einer Landschlacht machte die beiden Gegner ebenbürtig. War zuvor Karthago unbestrittener Herrscher über die See gewesen, standen sie nun den seemännisch nicht so geschickten aber taktisch klugen Römern gegenüber.

Gerade auf den genannten Inseln lieferten sich die beiden Mächte immer wieder Schlachten, wobei die Römer oftmals die Oberhand hatten.
Im Jahre 256 v. Chr. rüsteten sich beide Kontrahenten und die Römer starteten den Versuch, den Krieg nach Afrika zu verlagern. Die Karthager erfuhren davon und bauten ihre Verteidigung aus. Nach einer weiteren Niederlage der Karthager (lat.: Punier, daher auch der Titel der "Punischen Kriege") auf See, boten diese Friedensverhandlungen an, welche die Römer ablehnten.

Aspis in Nordafrika wurde ein römischer Stützpunkt.
In Karthago traf in jenem Winter der Sparthaner Xanthippos mit einem griechischen Söldnerheer ein. Er arbeitete eine neue Kriegstaktik mit den Karthagern aus und aufgrund dieser erlitten die Römer 255 v. Chr. eine große Niederlage in der Schlacht bei Tynes. Die Legionen flohen und verloren zusätzlich um die 300 Schiffe bei Stürmen und widrigen Verhältnissen auf See.

In den Jahren 254 und 253 v. Chr. eroberten die Römer große Teile Siziliens, verloren jedoch weitere 100 Schiffe durch seemännisches Unvermögen bei dem Versuch erneut Richtung Afrika zu segeln.

251 v. Chr., drei Jahre lang waren die Streitkräfte der Karthager bei der Bekämpfung numidischer Stämme gebunden, gingen die Afrikaner wieder in die Offensive. 30.000 Soldaten und 250 Kriegselefanten wurden nach Sizilien gebracht und verloren dort gegen die Römer (Das ist der Grund, warum auf Sizilien in der neueren Zeit Elefantenskelette gefunden wurden).

Bis 247 v. Chr. wurde der Krieg fast ausschließlich auf und um Sizilien ausgetragen. Auf Seiten der Karthager kämpften die griechischen und auch keltische Söldner. Dennoch erlitten die so verstärkten Truppen starke Verluste. Da Rom keine Mittel mehr hatte um eine neuerliche Flotte, nach weiteren Verlusten, aufzustellen, wurde diese aus aristokratischen Privatmitteln finanziert. 241 v. Chr. wurden die Karthager bei den ägatischen Inseln vernichtend geschlagen.

Mangelns Nachschub auf Seiten der Karthager war der Krieg aussichtslos geworden. So baten diese um Friedensverhandlungen. Ein Friedensvertrag kam zustande, der den Karthagern gebot, sich von Sizilien und den anderen Inseln zurück zu ziehen, alle römischen Gefangenen frei zu lassen und 10 Jahre lang sehr hohe Reparationen zu zahlen.

Karthago konnte aus finanziellen Gründen sein Söldnerheer nicht aufrecht erhalten und und demobilisierte es. Dies führte zu einem Aufstand der Söldner, zum Großteil Libyer, was viele Städte zu einer Lossagung vom Großreich Karthagos bewegte (241 - 238 v. Chr.).
Der sogenannte Söldnerkrieg brachte Karthago dem Untergang nahe, doch konnte es seinen Stand als Großmacht bewahren.

Der Konflikt mit Rom war jedoch nicht ausgestanden. In der Juniausgabe des Götterboten erscheint der Artikel über den zweiten Punischen Krieg.



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Autor: Priscylla

Priscylla

Ich war erst Amazone, dann begann ich mit TA im März 2007.
Ich bin Rollenspielbegeistert und freue mich auf jedes neue TA-RPG, in dem ich mich austoben kann.
Entsprungen dem Jahrgang '85 befinde ich mich derzeit mitten im Bauingenieursstudium.

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