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Chronik: Copa - Die Bruderschaft

Chronist der Copa-Bruderschaft: Crying_Freeman

Ödes Land, so weit das Auge reichte. Einige Sträucher bogen sich im leichten Mittagswind. Ab und an war das Zirpen einer Grille zu vernehmen. In der Ferne baute sich eine Staubwolke auf, die so mächtig wurde, dass es so schien, als ob eine ganze Herde Vieh durch die Steppe getrieben würde. Es waren allerdings keine Schafe, Rinder oder anderes Vieh, sondern lediglich drei Pferde, die im Galopp heranpreschten. Die Silhouetten dreier Reiter war am Horizont zu erkennen. Der Grund der Eile war nur schwer zu erahnen.


[i]Heyiaaaa, lauf Etrusker, lauf!

Das du deinem Gaul immer so eigenartige Namen geben musst, rief der zweite Reiter dem Führenden zu.

Halt's Maul, Curdled und eile dich lieber!

Wie du meinst, Darth Sylas, mein Anführer. Wie du meinst... [/i]

Jetzt ritten die Männer etwas langsamer. Ihre Rosse standen eng beieinander.

Wen fordern wir jetzt heraus, Darth? fragte der Dritte im Bunde.

Mal sehen. Die nächste größere Stadt ist Pax Ira. Vielleicht können wir dort noch etwas Geld machen. Sei nicht so ungeduldig, Desaster. Gerade du als Sohn eines einfachen Gewürzhändlers dürftest nicht so habgierig sein! feixte der Anführer der Gruppe.


Nach weiteren vier Stunden harten Rittes erreichten die drei Reiter die Tore von Pax Ira. Ihre Umhänge waren mittlerweile so staubig, dass sie aussahen wie drei trockene Baumstümpfe auf Pferden. Misstrauisch wurden sie von den alten Weibern, die vor den Toren der Stadt standen und lästerten, beäugt. Die Gemüsehändler empfingen sie nicht minder unfreundlich und schauten die Reisenden grimmig an.

Ich bin auch schon freundlicher empfangen worden, maulte Curdled.

Da hast du verdammt Recht, pflichtete ihm Desaster bei.

Nachdem Desaster die übrig gebliebenen Mitglieder seines Dorfes an einen sicheren Ort gebracht hatte, schloss er sich den beiden Fremden Curdled und Darth Sylas an. Zusammen zogen sie von Stadt zu Stadt und forderten die mutigsten Männer heraus, mit dem Versprechen, bei einer Niederlage eine stattliche Prämie zu zahlen. Als Antrittsgeld verlangten die Drei 15 Denarii von jedem Kämpfer. So wurden sie auf Dauer recht unabhängig. Denn kaum ein Krieger vermochte den Klingen von Desaster und Darth Sylas zu widerstehen. Curdled war in erster Linie für die Kasse zuständig, wenn er gerade mal nicht schlief oder erschöpft döste. Pax Ira schien der geeignete Ort zu sein, auf schnelle Art und Weise etwas Geld zu verdienen.

Etwas abseits des Marktes zogen Desaster auf der einen und Darth Sylas auf der anderen Seite einen kräftigen Strich in den staubigen Boden. Die ersten Neugierigen versammelten sich bereits um die Gruppe und tuschelten aufgeregt. Als die Vorbereitungen abgeschlossen waren ergriff Curdled das Wort:

Verehrte Kämpfer, und noch verehrteres Weibsvolk. Ich darf euch, auch im Namen meiner Brüder Darth Sylas und Desaster zu unserer kleinen Aufführung willkommen heißen.

Desaster und Darth verbeugten sich vor dem Publikum.

Ihr, werte Traumlegionäre und Möchtegern-Arena-Kämpfer könnt Euren Mut auf die Probe stellen. Derjenige, der es schafft, einen meiner beiden Freunde über die gesetzte Linie zu treiben mit Hilfe seines Schwertes, ohne dabei selbst über die jenseitige Linie getrieben zu werden erhält eine stattliche Prämie über 200 Denarii von mir. So tretet näher, schleift und poliert eure Schwerter und zeigt, dass ihr Männer seid.

Mittlerweile war die Menschenmenge so dicht, dass Herausforderer kaum in die Mitte treten konnten, weil sie nicht durch die Leute kamen. Einer schaffte es dennoch und lieferte artig seine 15 Denarii ab.

Ich bin Seth vom Clan der Gorgonen. Schnell verdientes Geld, ha!

So kurz wie seine Vorstellung war, gestaltet sich auch der Kampf. Mit zwei Überkopfhieben versuchte Seth seinen Gegner Desaster einzuschüchtern. Doch der Händlersohn parierte die Schläge und schwang sein Schwert so schnell, dass Seth es kaum schaffte zu reagieren. Hätte Desaster mit der Schneide zugeschlagen, anstelle des Schwertrückens, so wäre der Gorgone bereits viermal innerhalb von fünf Sekunden gestorben. Das Publikum johlte. Der Gorgone machte sich mit hängendem Kopf aus dem Staub.

Na, wer wagt es als Nächster, vielleicht gegen meinen schwächeren Freund Darth Sylas?

Sylas schaute seinen freund Curdled schief an und verzog verächtlich die Oberlippe. Aber auch für diesen Kämpfer fand sich schnell ein Herausforderer.

Ah ja, wen haben wir denn da? Curdled lief langsam zu Hochform auf.

Ich bin Theodor von Isis. Ist dieser Gegner nicht etwas zu klein für mich? Keine wirkliche Herausforderung, oder meint Ihr doch?

Die Antwort von Curdled kam prompt: Wenn euer Schwanz genauso groß wäre, wie Eure Klappe, so wäret ihr Lebemann und nicht dumpfer Schwertträger. Zeigt was Ihr könnt und quatscht nicht so viel...

Wutschnaubend zog der bärtige Hüne sein Zweihänder und schwang einen großen Angriffsbogen. Der Schwung nahm den Krieger jedoch so sehr mit, dass er sich einmal um die eigene Achse drehte. Als er wieder vor Sylas stand, hatte er bereits die Schwertspitze des Gegners an seiner Kehle. Gekicher war aus dem Mob zu hören, speziell die Frauen verhöhnten Theodor von Isis.

So ging das den ganzen Nachmittag. Keiner der Herausforderer verstand es, den beiden Freunden im Kampfe die Stirn zu bieten. Curdled indes feuchtete sich die Finger an und zählte begeistert das eingenommene Geld.

Jungs, ich glaube wir können aufhören. Wir haben 1500 Denarii eingenommen und es findet sich in diesem Kaff kein Gegner mehr für uns. Der Widerspruch aus der Menge hielt sich in Grenzen, so nahmen die Drei ihre Sachen und wollten gerade gehen, ehe doch noch eine Stimme aus dem Pulk ertönte:

Nicht so voreilig, werte Krieger. So gebt mir eine Chance. Ich könnte das Geld gut gebrauchen.

Curdled verzog seine Brauen, als ob er dem fremden Mitleid spenden wollte. Darth Sylas nahm wortlos sein Schwert und stellte sich auf.

So lasst es uns hinter uns bringen. Ich erhöhe auf 300 Denarii, wenn ihr mich schlagt.

Der Fremde lächelte. Seine Mundwinkel umgab so etwas wie Milde. Zudem sah er gar nicht aus wie ein Barbar, eher wie ein Edelmann, den es nach Abenteuer gelüstete. Schwungvoll zog er mit seiner rechten Hand das Schwert aus der Scheide, die er auf der linken Seite trug. Sein halblanges Haar war gepflegt, ein dünner Bart rankte sich rund um seinen Mund. Seine Zähne blitzten weißer als alle anderen und die Frauen raunten, als er sein Schwert zog.

Darth Sylas wollte es schnell hinter sich bringen. Er eröffnete den Kampf mit einem kräftigen Schwung und zwei großen, nach vorne orientierten Stemmschritten. Der Fremde drehte seinen Körper nach hinten rechts weg und parierte gleichzeitig mit seiner Rechten den Hieb Sylas'. Darth wirkte irritiert und setzte zum nächsten Angriff an. Mit zwei gerade nach vorn gesetzten Hieben versuchte er das Gewand des Gegners in Fetzen zu reißen. Doch der junge Mann parierte auch diese Schläge und setze nun selbst zu einem Konter an. Hier bewies sich, welch hervorragender Kämpfer Darth Sylas war. Auch er parierte den Schlag und versuchte seinerseits einen Konterschlag, der wiederum vom Fremden pariert wurde. So vergig Minute um Minute. Das Publikum wurde Zeuge eines leidenschaftlich geführten Kampfes, bei dem kein Kämpfer Akzente setzen konnte, die den anderen überlisteten. Nach 35 Minuten war es dann soweit: Darth Sylas setzte zu einer Finte an. Sein Schwert fuhr in die Höhe, brach jedoch auf halbem Wege ab und schwang mit einer Rückwärtsdrehung um den eigenen Kopf, um auf gerader Linie die Brust des Fremden zu treffen. Dieser durchschaute die List jedoch und fädelte mit seiner Schwertspitze in die reichlich verzierte Parierstange von Darth Sylas Schwert ein. Mit einem Ruck entwaffnete er den erstaunten Paradekämpfer, fing dessen Schwert auf und reichte es ihm anschließend.

Ich bedanke mich für die Ehre, mit Euch kämpfen zu dürfen. Es war mir ein Vergnügen.

Der Fremde verbeugte sich tief und auch Darth Sylas erkannte seine Niederlage an. Auch er verbeugte sich und reichte seinem Gegenüber die Hand und die ausgemachten Denarii.

Wie heißt Ihr, Fremder?

Mein Name ist Marder! entgegnete ihm der Gewinner des Kampfes.

Ihr seid auf dem Wege zur Bruderschaft um Kangaax, stimmt das?

Ja, das ist richtig! mischte sich Curdled ein.

Ich habe von euch gehört und würde euch gern begleiten. Auf dem Wege erzähle ich euch meine Geschichte, lachte Marder.

Wir freuen uns auf deine Unterstützung. Begleite uns und erzähle uns deine Geschichte. Wir sind sehr gespannt, wo ihr gelernt habt, so gut zu kämpfen, entgegnete ihm Desaster.

Curdled wusste, dass die Zeit der geldeintreibenden Abenteuer zunächst vorbei war. Er war müde von den vielen Reisen und sagte zu seinen Brüdern:

Freunde, ich bin müde und mache jetzt erst einmal Urlaub. Ich werde hier in Pax Ira bleiben und der hübschen Tavernentochter meine Aufwartung machen. Ich stoße zu euch, entweder sobald ich mich frisch genug fühle oder jene Wirtstochter von mir schwanger ist!

Curdled lachte. Die übrigen Drei nahmen die Reise nach Esquilin auf und ritten weiteren Abenteuern entgegen.



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Autor: Lara-Sophia

Lara-Sophia

Meine Trine (Gladiatorin) ist aktiver bei TA seit Herbst 05. Wächter des Limbus, Silva Romae, Rude Boys, Tir Na Nog, Rude Boys, Copa - die Bruderschaft und Neu Avalon meine Wirkungsstätten.
Das Game ist eines meiner Hobbys, dient meiner Entspannung.
Ich bin zu TA durch meinen Sohn gekommen, bin 1963 geboren und freiberuflich/selbstständig tätig.

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