Der Goetterbote
 

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Klatsch und Tratsch

Der Wirt brachte mir endlich meinen Tee.
Etwas Flüssigkeit tat meinem Körper bestimmt gut.

Ich hätte gerne noch etwas gegessen Herr Wirt, sprach in den Wirt an - dieser nickte nur kurz und drehte sich um wenige Augenblicke mit einem Pergament vor mit zu stehen, dass auch schon bessere Tage gesehen hatte.
Fettringe auf dem Papier, zerknittert und die Schrift an einigen Stellen verwischt.
So sieht eine Speisekarte halt aus wenn sie am Tisch liegen bleibt und nach der Wahl der Gerichte nicht wieder weggeräumt wird.

Ich wählte den Lammbraten und bestellte eine Portion an einen freien 2er Tisch nicht weit vom Kamin weg.

Ich saß noch einige Minuten vor dem Kamin und schaute in die auflodernden Flammen des Kamins.

Langsam stand ich auf und schlenderte - für den ungeübten Beobachter eher gelangweilt zu dem noch freien Tisch.

Ich hatte den Tisch mit Bedacht gewählt, denn rings herum waren die Tische besetzt - so konnte man unverfänglich das ein oder andere noch auffangen.

An dem großen Tisch neben mir, der für gut und gerne 8-10 Mann gereicht hätte saßen 3 gestandene Mannsbilder die sich anscheinend über irgendwas lustiges unterhielten - denn sie hatten ein breites Grinsen im Gesicht und wohl auch schon öfters herzhaft gelacht wenn man den Teint in ihrem Gesicht anschaute.

Da sie sich nicht sonderlich leise unterhielten war ich fast gezwungen ihre Unterhaltung mit an zu hören.

Der Hohepriester des ZdL, ein gewisser SirHenry - ein interessanter Name - spielte wohl mit Gedanken auf Brautschau zu gehen. Er hatte wohl das Ansinnen die Leere in seinen Räumlichkeiten und in seinem Herzen zu beenden.
Die Vorbereitungen für ein großes Fest liefen wohl langsam an und zur Wintersonnenwende sollte wohl in den heiligen Hallen des ZdL eine Art Brautschau-Ball stattfinden.
Bei diesem Ereignis würde ich auf jeden Fall anwesend sein.

Der Wirt brachte mir meinen bestellten Lammbraten der sehr gut aussah und auch entsprechend dem optischen Eindruck einen leckeren Duft verströmte.

Für die 3 Herren am Nachbartisch war es wohl Zeit das Nachtlager auf zu suchen, sie bezahlten und verschwanden über die Treppe nach oben.

Dieses Vorgehen kam mir sehr entgegen - so konnte ich während ich meine Speise einnahm auch den etwas leiseren Gesprächen lauschen.

Zwei - sich aufgeregt unterhaltende Männer - erregten mein Interesse. Leider lag genau dieser große Tisch zwischen uns und so konnte ich nur Bruchstücke hören.

Weihnachtsfrieden - Angriff - Rücktritt - Blödsinn - Keine Lust mehr.

Ich hatte von dem Bruch der Weihnachtsruhe gehört - wie eigentlich im Reich. So konnte ich mir einen Reim darauf machen.

Der Verantwortliche für den Bruch dieser Weihnachtsruhe war ein gewisser gladiatus schlagibus. Ob einer beiden Männer mit dieser Person identisch war konnte ich leider nicht erkennen, da beide mir den Rücken zuwandten.

Es war auch ein offenes Geheimnis dass dieser schlagibus daraufhin von allen Ämtern zurückgetreten war und sein weiteres Leben in der Erforschung von fremden Ländern suchen wollte - so erzählte man es sich zumindest.

Offensichtlich lag der Rücktritt und die Brechung der Weihnachtsruhe aber nur zufällig zusammen. Anscheinend hatte schlagibus keine Lust mehr in diesem verantwortungsvollen Amt zu bleiben.
Während ich die letzten Bissen aß - das Lamm schmeckte sehr gut - machte ich mir so meine Gedanken über den Vorfall.
Mag ja sein, das schlagi den Entschluss schon vorher gefasst hatte - aber das zeitliche Zusammenfallen dieser Ereignisse ließen den Verdacht aufkommen, dass die Expeditionspläne nicht schon vorher gereift waren.
Na ja - jeder musste wissen wie er solch einen Schritt seinen Untergebenen verkaufen soll.
Vielleicht würden ja die ein oder andere Expedition und die dort gesammelten Erfahrungen und neuen Eindrücke den zeitweise sehr erfolgreich agierenden schlagi wieder beruhigen.

Ich fühlte mich gut.

War gesättigt, hatte mich etwas erholt und wollte jetzt eigentlich auf mein Zimmer zurückziehen, damit ich meinen Bericht für den Götterboten schreiben konnte. Ein - für mich - erfolgreicher Tag neigte sich dem Ende.

Ihr Zimmer ist hergerichtet.
Mit diesen Worten stand unvermittelt der Wirt vor meinem Tisch.

Sehr schön, entgegnete ich, stand auf und folgte dem Wirt der voraus ging um mir mein Nachtlager zu zeigen.....



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Autor: Painlady

Keiner Allianz zugehörig.
Unter ihrem Künstlernamen ist sie in der Welt der Gerüchte zu Hause und sammelt alles ein was sie hört und was man ihr berichtet und gibt das an die Redaktion weiter darüber - ohne Rücksicht auf ihr persönliches Wohl.

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