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Die Gründungsgeschichte Roms - Teil I

Romulus und Remus

Aeneas, ein trojanischen Prinzen, der aus dem brennenden Troja entkommen konnte, nahm sich in Latium (dem heutigen Italien) die Königstochter Lavinia zur Frau. Ihnen wurden zwei Söhne geboren: Numitor Silvius und Amulius.
Das Königreich Latium wurde von eben jener Familie beherrscht und Aeneas hinterließ seinem Erstgeborenen, Numitor Silvius, den Thron. Doch Amulius bestieg ihn anstelle seines älteren Bruders. Numitor floh vor seinem Bruder und lebte von nun an mit wenigen Anhängern in der Wildnis.

Damit niemand Amulius den Thron streitig machen konnte, tötete Amulius die Söhne des Numitor und die Tochter Rhea Silvia wurde von Amulius zur Vestalin gemacht. Vestalinnen waren Priesterinnen der Göttin Vesta, der keuschen Hüterin des Feuers. Durch die Gebote des Tempels und der Religion waren die Vestalinnen zur Keuschheit gezwungen. Ein Vergehen gegen die Keuschheit wurde mit dem Tode bestraft. So sicherte sich Amulius scheinbar den Thron und das Anrecht seiner Erblinie auf die Herrschaft.

Doch Mars, der Kriegsgott, verführte Rhea und sie gebar ihm Zwillinge.
Die Strafe für dieses Vergehen ließ nicht auf sich warten. Rhea Silvia wurde lebendig begraben. Dies war die übliche Strafe gegen das Vergehen an Vestas Unschuld. Die Kinder dieser Vereinigung von Gott und Mensch jedoch wurden in einem Weidenkorb im Fluss Tiber ausgesetzt, der zu dieser Zeit Hochwasser führte.

Der Weidenkorb mit den Zwillingen strandete und durch ihr Geschrei wurde eine Wölfin angelockt. Die Wölfin nahm die Kinder bei sich auf und säugte sie.

Lange blieben die Kinder nicht bei der Wölfin, denn der Schweinehirte des Königs Amulius, Faustulus, fand die Zwillinge und brachte sie mit sich nach Hause. Dort wurden die beiden Jungen von dem Hirten und seiner Frau groß gezogen und erhielten die Namen Romulus und Remus.

Eines Tages, die Zwillinge waren zu jungen Männern heran gereift und gingen dem Geschäft der Hirten nach, entbrannte ein Streit zwischen ihnen und anderen Hirten, die Numitor folgten, dem Großvater der Zwillinge. Romulus und Remus entwendeten den Hirten sogar Vieh.
Dies blieb nicht ungerächt: Als Remus alleine unterwegs auf den Weiden war, wurde er von den geschädigten Hirten gefangen genommen und vor deren Herrn geführt: Numitor Silvius.

Remus berichtete dort gefragterweise, was er über die Herkunft seines Bruders und sich selbst wusste. Numitor ahnte nun, dass er seinen Enkel vor sich sah.
Als der Hirte Faustulus von der gefangennahme erfuhr, erzählte er seinerseits Romulus, was er über die Herkunft der Zwillinge wusste. Faustulus hatte die ganze Zeit über die Ahnung gehabt die Kinder der geschändeten Vestalin Rhea Silvia aufzuziehen. Faustus spornte Romulus an, seien Bruder zu befreien.

Als Romulus auf dem Weg zu Numitor war, wurde er jedoch von den Soldaten Amulius abgefangen und zum König geführt. Dort gestand er unter Folter, was er wusste und Amulius ließ Boten zu seinem Bruder Numitor eilen, um ihn zu fragen, ob dessen Enkel trotz Aussetzung auf dem Tiber noch lebten.

Nun war Numitor und Remus bekannt, dass Romulus in Amulius Gefangenschaft war und sie brachen auf, um ihn zu befreien. Ein Aufstand brach in der Königsstadt Alba Longa (dem heutigen Gandolfo) aus. Der Tyrann Amulius wurde gestürzt und getötet und Numitor übernimmt die Herrschaft, die rechtmäßig ihm zustand.

Zum Dank erlaubt er seinen Enkeln, Romulus und Remus, eine Stadt zu gründen an der Stelle, an der sie ausgesetzt worden waren. Die Zwillinge wollten über das Orakel des Vogelflugs bestimmen, wer der Bauherr und Namensgeber der Stadt werden sollte. Doch darüber gerieten sie in Streit, denn jeder von ihnen stand auf einem anderen Hügel um die Vögel zu beobachten.

Als Sieger ging Romulus aus diesem Streit hervor, er hatte mehr Anhänger als sein Bruder.
Sofort machten er und seine Freunde sich an die Arbeit die Stadtgrenze auf den Boden zu zeichnen und die Stadtmauer zu errichten. Remus jedoch, schwer getroffen von dem Sieg seines Bruders, verspottet Romulus und sprang über die Stadtmauer, die als heilig galt.

Im Zorn um diesen Frevel erschlug Romulus seinen eigenen Bruder mit den Worten: "So soll es jedem ergehen, der über meine Mauer springt!"

Diese Tat soll laut Geschichtsschreibung am 21. April 753 v. Chr. statt gefunden haben.

So wurde Romulus Namensgeber der Stadt Rom und Begründer eines neuen Reiches.



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Autor: Priscylla

Priscylla

Ich war erst Amazone, dann begann ich mit TA im März 2007.
Ich bin Rollenspielbegeistert und freue mich auf jedes neue TA-RPG, in dem ich mich austoben kann.
Entsprungen dem Jahrgang '85 befinde ich mich derzeit mitten im Bauingenieursstudium.

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