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Respekt, Rechtschaffenheit - Rache?!
Seid gegrüßt, Gladiatoren und Fürsten,
mein Name ist Anonymós; Ihr habt mich bereits im September kennen gelernt, als mein erster Brief an Euch im Götterboten erschien. In der Zwischenzeit haben meine Freunde in der Heimat geantwortet. Ich möge ein Auge auf das aufstrebende junge Rom mit seinen merkwürdigen Sitten haben. Gern blieb ich, denn selten dient die Bevölkerung einer ganzen Stadt als interessantes Studienmaterial.
Oft ist es nur der Abschaum auf den schmutzigen Straßen, nur der Bauer auf den trockenen Feldern, nur der Philosoph in den schattigen Säulenhallen, nur der König in seinem glänzenden Marmorpalast. Doch hier in Rom betrachte man, was man mag - überall lohnt es sich, hinzuschauen.
Ob sich das Verhalten mittlerweile geändert habe, fragten meine neugierigen Freunde. Oh ja. Ich kann es nicht bestreiten, mihi fatendum est: es fanden keine Angriffe der selbsternannten Guten innerhalb der üblichen vier Wochen statt, sofern die Berichte der dunklen Krieger stimmen, die ich zwecks meiner Studien befragte. Welch Anstand hat die guten Heeresführer ergriffen!
Freilich - nicht alle sind so rechtschaffen, wie es wirkt. Brach nicht zuletzt ein Fürst des Guten zusammen mit einigen Gefährten die von ihm verkündete Weihnachtsruhe? Und wurde mir nicht ein Gerücht zugetragen, das die Provinzen der Bösen hartnäckig durchwispert? "Achja, ich vergaß, ihr seid ja bestimmt samt Haustieren seit 2 zum Deffen unterwegs"
Haustiere.... Haustiere!?! Ist es möglich, dass die Guten es gar nicht mehr nötig haben, innerhalb von vier Wochen die gleichen Bösen in feindlicher Absicht zu besuchen, weil sie zwischen ihren Angriffen unverhältnismäßig oft verteidigen, indem sie mit erstaunlich vielen aktiven Spielern um 2 Uhr zur Verteidigung losrennen?
Resultiert diese unglaubliche Aktivität aus der Tatsache, dass Haustiere trainiert werden, als Gladiatoren aufzutreten?!
Wer weiß... was ich meinen griechischen Freunden jedoch versichern konnte, war, dass das Gute triumphiert! Selten zuvor sah man es so stark und die Bösen so verbittert. Es ist, als ob der blutrünstige Gott des Krieges, der verehrte Mars - Ares - sich auf die Seite der die Sonne Anbetenden gesellt hat. Und Vulcanus - Hephaistos - ebenfalls. Die Rüstungen der Lichtkrieger scheinen vom schmiedenden Gott selbst erschaffen, unüberwindbar; scheiterten nicht zuletzt 100 finstere Gestalten an einer Provinz mit 20 Einwohnern? Und brauchten nicht die Krieger aus den Schatten der Hölle neun Stunden, um die Schlacht gegen eine zahlenmäßig deutlich unterlegenen Streitmacht erfolgreich zu beenden?
Dies - so ergaben meine Nachforschungen in der Bibliothek Roms - sind nicht die einzigen, nur die letzten Vorfälle dieser Art.
Jedoch, so finster die Nacht um und für die Todeskrieger auch geworden - Führt solch Notsituation nicht dazu, dass sie enger zusammenrücken? Dass sie wie ein Mann kämpfen werden? Dass Verbundenheit und Einigkeit herrscht, wie selten zuvor? So wenige Provinzen der Dunkelheit es auch nur noch gibt. Immer wieder beweisen sie, dass mit ihnen noch zu rechnen ist.
Und als ich vor wenigen Tagen zur Feier der Geburt des Sonnengottes Sol-Helios spät abends aus einer hell erleuchteten Taverne kam, nachdem ich mich freundlich mit den Kriegern der Guten unterhalten, musste ich durch dunkle Gassen zu dem Häuschen, das ich mir gekauft. Mir rann ein Schauer über den Rücken, als ich eine raue Stimme hörte, die Beifall von zahlreichen Menschen errang: "Und wenn wir uns aufs Schlachtfeld begeben, dann in der durch nichts zu erschütternden Gewissheit, dass Tapferkeit uns den Sieg bringen wird, Feigheit und ängstliches Zögern bedeuten unweigerlich Niederlage und sicheren Tod. Wir kämpfen für unser Leben! Wir kämpfen für die Dunkelheit!!"
Ich zog es vor, schnell das Weite zu suchen und nahm mir vor, in Zukunft besser aufzupassen, wo ich hinginge. Ich hoffe, meine griechischen Freunde, dass es kein Fehler war, in solch rauen Zeiten in Rom zu bleiben, wo jeder Schritt eine Überraschung bereit hält.
Falls es sich als Fehler erweist, mögen diese Worte beide Parteien erreichen, auf dass sie Maß und Besonnenheit einhalten in der Stunde ihres größten Triumphes, in Hinblick auf den Unterlegenen.
Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor.
Entstehen möge ein Rächer aus unserm Gebein.
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Autor: Gastautor
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