- Redakteure
- Conquerus
- Ivan der Schreckliche
- Lara-Sophia
- Painlady
- Porreefuzius
- Priscylla
- Rael_Steinbrecher
- Sir Hawk
- SirHenry_II
- Tirgatao
| Aufrufstatistik |
| Heute: |
34 |
| Gestern: |
86 |
| Gesamt: |
7679 |
|
|
Kampf um das Ziel, mit Kind und Kegel!
...oder zwischen den Zeilen lauert das Reisebüro.
Ein Bericht vom Kinderfreundlichen Deutschland...
Dieser Bericht ist durch die Geschehnisse unseres Urlaubs gefärbt und steht nicht für die Allgemeinheit, sondern spiegelt rein weg meine eigene Meinung wieder:
Drei Wochen vor Urlaubsantritt
Urlaub, Urlaub, Urlaub. Ich könnte schreien vor Freude. Wir haben 10 Tage Urlaub vor uns und nun müssen wir uns nur noch eine schöne Tour durch Deutschland zusammenstellen lassen. Also packen wir Kind und Kinderwagen zusammen, laufen in die Stadt, zum Reisebüro. Der erste kritische Blick trifft uns, als wir mit Kinderwagen in das Reisebüro kommen und den Kinderwagen rigoros erst einmal abstellen und uns setzen. Ja, wir wollen Beratung. Ja, jetzt. Ein minder freundliches Lächeln der Reisebürotante und ein verzweifelter Blick zur Kollegin am Nebentisch. "Guten Tag, wir planen eine Reise durch Deutschland. Beginn am 21.07., das Wochenende am 27.07. - 29.07. übernachten wir bei Freunden in Bad Windsheim. Wir wollen also eine Tour nach Bad Windsheim, bei der wir schöne Städtchen besuchen und in Hotels nächtigen. Wäre das wohl möglich. Ach und die Rücktour wollen wir bitte in zwei Etappen fahren, weil das mit Baby sonst zu lange dauert." Ich blicke auf die Uhr, es ist 10.00h. Naja, für eine erfahrene Reisebürotussi dürfte das nicht sonderlich lange dauern und in einer halben Stunde sind wir hier wieder draußen. Doch weit gefehlt, der Kommentar der Tante lässt mich stutzig werden. "Wo wollen sie den Stopps einlegen!" - "Das wollten wir von Ihnen gerne wissen, wo kann man denn in Deutschland schön Halt machen, wo kann man was sehen? Was würden Sie uns empfehlen?" Ein sehr kritischer Blick trifft Sebastian und mich. "Sie wissen noch nicht wo sie Halt machen wollen?" - "Nein, wir hätten gerne von Ihnen eine Empfehlung!" - Schweigen auf der anderen Seite des Schreibtisches.
Nur nach Zögern holt die Dame vor uns, nach Nachfragen am benachbarten Schreibtisch einen Atlas von Deutschland raus. Meine Augenbraue zuckt nach oben. Sollte eine Reisebürotussi sich nicht in Deutschland auskennen? Wenn wir ihr schon sagen, dass Bad Windsheim bei Rothenburg ob der Tauber liegt, dürfte ihr das doch wohl ein Begriff sein, oder? Nunja, ich spüre die Unruhe neben mir. Ein genervter Blick Sebastians, als ich der Tante zeige, wo circa Bad Windsheim liegt. Sie nimmt dann ihren Bleistift und schaut sich die Karte erst einmal genauer an. Fehlt nur noch, dass sie am Bleistiftende herumkaut. Sebastian verliert die Geduld. Das Gefühl, dass diese Frau von nichts ne Ahnung hat und davon sehr viel, beschleichen mich und ihn. "Darf ich mal ihren Computer nutzen?", platzt es aus Sebastian heraus. Ein hektischer Blick der Tante zu ihrer Kollegin und ein gepresstes Hm scheint Antwort genug. Sebastian dreht den Monitor zu sich herum, ruft Map24 auf und lässt die Route nach Bad Windsheim anzeigen. Er dreht den Monitor zurück und blickt die Frau mit einem süffisanten Lächeln an. "Das ist unsere Route, das hilft vielleicht weiter!"
Ein quendelndes Gequietsche tönt aus dem Kinderwagen und der Wagen bewegt sich fast von allein durch das Reisebüro. Ich stehe auf und nehme Noah auf den Arm und setze mich wieder. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass wir bereits 15 Minuten hier sind und die Tante immer noch nichts von sich gegeben hat. Hat die überhaupt einen Plan von Deutschland? Jetzt, wo Sebastian Map24 aufgerufen hat, vielleicht. Ich warte. Celle vielleicht? Nein, zu dicht an Hannover. In Hannover wollen sie doch etwa keinen Halt machen, das ist doch viel zu dicht an Bremen?! Ich verdrehe die Augen, tolle Beratung, wirklich. Hameln. Nach langem hin und Her steht der erste Stopp fest. Liegt auch nur mässig abseits von unserer eigentlichen Route. Naja, man kann ja nicht alles haben. Bad Wildungen soll auch ein ganz toller Ort sein, toller Kurort. Uns bleibt nichts anderes als zu nicken, denn wer hat bitte schön von Bad Wildungen schon mal gehört. Diese olle Zippe malt dann auch noch die Stopps in ihrem Atlas mit Bleistift ein. Man wie peinlich und das im Zeitalter des Computers. Das kann ja was werden. Letzter Stopp vor Bad Windsheim soll dann Fulda sein. Gut, nun müssen Hotels heraus gesucht werden, nachdem Kassel für den Stopp auf dem Rückweg feststeht. Interessanter weise hat die Tante mit einem Mal drei Kataloge auf dem Tisch liegen, aber pro Stadt findet sie wenn überhaupt nur zwei Hotels.
Wieso zwei Hotels? Hameln und Fulda sind meines Wissens doch nicht sooo klein. Aber nein, nur zwei Hotels. "Wollen sie dieses tolle Angebot in Anspruch nehmen, dann haben sie einen Begrüßungscocktail, ne Massage und eine Stadtführung." - "Ja, hört sich gut an. Wir brauchen aber Halbpension, wegen des Kindes!" - "Nein, tut mir leid. Das gibt es nur mit Übernachtung und Frühstück." Ich schnaube! Kann die nicht lesen, da steht doch in fetten Buchstaben ÜF/HP. Nunja, jemand der sich in Deutschland nicht auskennt, muß wohl auch nicht lesen könne. Ein verzweifelter Blick auf die Uhr, das Kind wird immer quengeliger. Noah hat Hunger und ich frage mich, wieso er denn nun schon wieder was essen will. Okay, es ist 11.00h, wir sind bereits eine Stunde in diesem verfxxxx Reisebüro. Die tüftelt da was rum, gibt immer wieder verzweifelt irgendwelche Codes in ihrem PC ein, um eine Fehlermeldung zu erhalten. Dabei will die einfach nur wissen, ob die Hotels buchbar sind. Wir betonen mehrere Male, dass wir mit Baby reisen, dass ein Babybett im voraus gebucht werden sollte. Ich werde nervös, Sebastian ist kurz davor auf den Schreibtisch zu hauen und ihr die Sache aus der Hand zu nehmen. Ist schon Mist, wenn man sich besser mit einem Computer auskennt, als sein Gegenüber, der eigentlich die Software perfekt bedienen müsste. Solange die unsere Hotels gut bucht und die Empfehlungen gut sind, bin ich ruhig. Ja, ich denke, ich bin ruhig.
Wieder eine verzweifelte Frage an den Nebentisch. Wären wir nicht mal gleich zu der nebenan gegangen, dann wären wir nun schon wieder daheim und Noah könnte seine Flaschen kriegen. Natürlich habe ich keine dabei, wer rechnet schon damit, dass die olle da so ewig braucht. Sie gibt ein, kriegt Fehlermeldungen noch und nöcher. Am Ende steht fest, dass die Hotels buchbar sind, nun geht es noch an die Buchung, das Ausdrucken und und und. Ja, wieder einmal streikt die Software ob der Unfähigkeit der Bedienerin. Gut, sie kapituliert vor der eigenen Dummheit und ruft Tui direkt an. "Können sie bitte einmal die Buchungen vornehmen, mein PC gibt immer Fehlermeldungen aus!" - Klar gibt der die aus, wenn so eine Schranze son Mist macht, würde ich auch ständig nur Fehler ausgeben. Die Tante vor uns gibt die Daten an die Telefonmietze weiter. Name, Anschrift, Telefonnumer, die Hotels alles wird durchgegeben. Sie muß nichts machen, außer einmal aktualisieren. Alle Daten sind eingegeben. Nun muß sie nur noch ausdrucken. Mein erster Blick fällt auf den Namen unseres ungeduldigen und furchtbar hungrigen Sohn. "Naoh" - Was bitte soll das denn sein? "Entschuldigen Sie, der Name unseres Sohnes ist falsch, würden Sie das bitte korrigieren!" - "Wenn ihre endgültigen Hotel - Voucher da sind, ist der Name richtig. Ich gebe das an Tui weiter!" Prima, hoffentlich klappt das. Wir schauen uns die Daten noch einmal genau an.
Ich atme erleichtert auf. Scheint alles in Ordnung zu sein. Doch Sebastian tippt auf einen der sechs Schriebe. "Wir reisen am 29.07. in Bad Windsheim ab, sprich sind dann auch den Abend in Kassel und nicht erst am 30.07." Alles wieder Retour. Merkwürdiger Weise klappt es nun gleich und die Tante druckt noch mal zwei Zettel aus. Seb muß nun nur noch unterschreiben und die Gesamtsumme daheim überweisen. Erleichtert nehmen wir die Zettel entgegen und freuen uns im stillen Kämmerlein über den gebuchten Urlaub. Hört sich ja alles prima an. Noah hat Hunger und ist fast nicht mehr zu halten und wir sind froh endlich gehen zu können. Wir erhalten noch ein "Tui - Reisepaket" und dürfen dann mit einem schönen guten Tag nach einer Stunde und einer dreiviertel gehen. Seb, "Naoh" und ich pesen nach Hause. Urlaub.... Endlich Urlaub.
Zwei Wochen später
Die Reiseunterlagen sind da... Unser Sohn heißt immer noch Naoh. Kopfschütteln unsererseits. Egal, Urlaub!
21.07.2007 - 23.07.2007
Die Koffer sind verstaut, der Kinderwagen im Auto, Kind angeschnallt. Es kann losgehen. Kurz noch einmal an der Tankstelle halt machen, tanken und den Ölstand überprüfen. Nach 10 Minuten sind wir auf der Bahn und auf dem Weg nach Hameln. Kurz bevor wir losgefahren sind, hat Sebastian noch mal den heimischen PC befragt und Map24 aufgerufen. Er hat jede Adresse des folgenden Hotels angegeben, damit wir von Punkt zu Punkt fahren können. Es werden insgesamt 24 Seiten Ausdruck und es ist mir wurscht, dass die viel Platz im Handschuhfach wegnehmen. Hauptsache wir kommen an. Innerhalb von zwei Minuten sind wir auf der A270, der Stadtautobahn Bremen Nords und es dauert nicht lange, da sind wir auf der A27. Soweit sieht alles prima aus, doch der erste Stau erwartet uns bereits kurz nach Bremen. Nungut, ein, zwei Kilometer Stau machen uns nichts aus und wir nehmen uns vor die Staukilometer bis zum Ende unserer Reise zu zählen. Bei drei hören wir jedoch auf, da wir ständig vergessen haben auf den Kilometerstand zu schauen. Im Stau tätschel ich noch mal unser Auto. Hoffentlich hält der Klepper durch. 150.000km hat er schließlich schon auf dem Buckel. Doch der Golf fährt wie an seinem ersten Tag und wir düsen an Hannover vorbei weiter Richtung Hameln. Irgendwo sind wir dann von der Autobahn runter und freudig erregt sitze ich auf dem Beifahrersitz mit den Map24 Zetteln in der Hand.
Nichts kann uns mehr kommen, denn nach Map24 sind wir in einer halben Stunde da. Also von der Autobahn runter, links, nach 250 m wieder links auf den Marktplatz und dann nach 500 m verlassen wir das Dörfchen Auetal um dann in ein Gewirr von Kreiseln einzutauchen. Gar kein Problem für uns. Ich klammere mich an den Zettel fest, dirigiere Sebastian nach Map24 in die entsprechende Straße und stutze als die Straße in die wir einbiegen nicht der Marktplatz ist. Doch eine Straße wieder links (so ein minipupsding) heißt Marktplatz und ich denke mir, dass so eine Kleinigkeit mal passieren kann. Ich bitte Sebastian umzudrehen, damit er in die Marktplatzstraße einbiegen kann. Er biegt da ein und nach 150 m sind wir wieder an der Straße angekommen, von der wir gerade abgebogen sind. Ich blicke Sebastian irritiert an und sag, ach fahr halt weiter. Das Ortsschild, was wir wie geplant passieren, zeigt aber nicht den Ort Auetal sonder Riedestadt oder so an. Ich blinzel, doch der Ort heißt immer noch anders, als ausgewiesen. Ich zucke die Schultern und bitte Sebastian den Straßenschildern Richtung Hameln zu fahren und werfe die Wegbeschreibung von Map24 wütend in das Handschuhfach.
Ich greife mir den Falk Plan "Norddeutschland" und suche Hameln. Die Bundesstraße, die wir eigentlich fahren sollten laut Map24 kommt aus einer ganz anderen Richtung und so lotse ich Sebastian Richtung Hameln und Richtung richtige Bundesstraße so gut es nun einmal geht. Endlich passieren wir das Ortsschild Hameln und nach 15 Minuten erreichen wir das Hotel. Erleichterung macht sich in mir breit und ich lächele meinen Mann an. Endlich Urlaub. Jipie. Wir packen den Kinderwagen und das Kind aus und brausen los. Der Eingang ist nicht genau gekennzeichnet und wir brummeln ein bisschen, als wir zwei Stufen und noch mal fünf Stufen ins Hotel mit Kinderwagen meistern müssen. Ja, aber die Tante im Reisebüro wußte doch... blabla... Langsam kommen uns Zweifel. Wir hauen auf die Rezeptionsklingel. Die Dame, die dann kommt, teilt uns mit, dass wir durch einen Nebeneingang herein gekommen sind. Wir atmen erleichtert auf. Kann ja nur besser werden und schleppen den Kinderwagen abermals fünf Stufen hoch. Macht uns ja nichts, wir sind ja noch jung. Nur Noah schaut uns ob des Geschaukels etwas irritiert an. Der versteht die Welt nicht mehr so ganz.
Endlich stehen wir an der richtigen Rezeption und checken ein. Sebastian kommt gleich zur wichtigen Frage. "Sie haben doch einen Fahrstuhl?" Natürlich gehen wir, blauäugig wie wir sind, nicht davon aus, dass dieses Hotel nicht auf Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen eingerichtet sein könnte. Ist doch normal heutzutage. "Leider haben wir keinen Fahrstuhl!" Ich schau die Rezeptionistin irritiert an. Als sie uns dann noch mitteilt, dass unser Zimmer im dritten Stock ist, fällt mir alles aus dem Gesicht. "Aber den Kinderwagen können sie hier unten lassen, wir passen auf den auf!" Ich atme auf. In Hameln scheint mal wirklich nett zu sein, wenn auch ohne Fahrstuhl.
Wir verbringen zwei schöne Tage in Hameln, wenn auch ohne Fahrstuhl und haben nur zwischenzeitlich kleinere Schwierigkeiten. Sebastian scheint eine wahre Freude daran zu entwickeln irgendwelche Nebengassen zu erkunden wollen, wobei ich lieber auf den Hauptstraßen sitzen mag und die Leute anschauen möchte. Letztendlich finden wir in einer Nebengasse das beste Eiscafe, welches ich kenne und ich bin mit meinem Bananenmilch-shake versöhnt. Nach mir die Sintflut, ich habe Urlaub.
Sonntag, nach dem Bummeln durch die Stadt und einem Museumsbesuch (dieses Mal mit Fahrstuhl) gehen wir zurück ins Parkhaus und wollen zurück ins Hotel. Ich habe Hunger, Noah ist genervt und wir alle sind müde und kaputt. Ich gehe zum Automaten und entwerte das Ticket. Nach kurzer Zeit marschiere ich auf Sebastian zu und wende mich der Tür hinten zu und wundere mich warum Sebastian noch nicht aufgeschlossen hat. "Schatz, weißt Du zufällig wo der Schlüssel ist?" Ich kriege Streßpickel und räume die Wickeltasche aus. Doch der Autoschlüssel ist nirgendwo zu sehen
Ich bin kurz vorm Platzen und Sebastian echt gestresst. Er rennt zum Museum, um da noch mal nach dem Schlüssel zu fragen und sonst jede Station abzuklappern, die wir besucht haben (Museum, Bummel, Eiscafe, Bummel, Glasbläserei, Bummel). Es ist ja auch nur Sonntag 17.30h. Also alles gar kein Problem. In Gedanken gehe ich Plan B durch und male mir aus, wie wir vorgehen, wenn der Schlüssel nicht auftaucht. Gut, morgen sollte es eigentlich nach Bad Wildungen gehen, aber mal schauen. Nach 15 Minuten kommt Sebastian mit Schlüssel zurück und ich atme erleichtert auf. Er hatte den Schlüssel auf dem Tresen im Museum liegen lassen. Die haben zwar offiziell bis 18.00h geöffnet, doch waren die um 17.30h bereits am zuschließen. Er hat den Herren an der Tür gerade noch aufhalten können. Ich gehe also wieder zum Automaten, um festzustellen, dass wir nicht nachzahlen müssen. Also alles schnell ins Auto und raus aus der Parkgarage. Schweißgebadet kommen wir im Hotel an, um festzustellen, dass das Hotel, bis auf uns, komplett leer ist.
Wir nehmen unser Essen ein, gehen früh wie Samstag auch ins Bett (20.00h) und schlafen bis zum nächsten Morgen durch. Urlaub... auf nach Bad Wildungen. Es kann nur besser werden. Ja... frohen Mutes wird das Auto gepackt. Ich fahre dieses Mal, Sebastian greift sich die Map24 Zettel und wir suchen die Autobahn...
23.07.2007 - 25.07.2007
Die Autobahn war recht einfach gefunden, denn wir sind die Bundesstraße gefahren, die wir vorher schon hätten nehmen sollen. Die Bundesstraße, die eigentlich aus der falschen Richtung kam. Kurz vorher sind wir noch mal zur Glasbläserei, denn Sebastian hat eine Glaskugel geblasen und die wollten wir, stolz wie Oskar, natürlich abholen und mit nach Hause nehmen. Ja, furchtbar kitschig. Aber Sebastian war doch so stolz, nachdem er zwei Kugeln zum Platzen gebracht hat beim Blasen. [Bitte keine Kommentare über Tuten und Blasen, ja] Nachdem wir die um 12.00h abgeholt haben und für mich noch zusätzlich zur Sonnenbrille ein Capie gekauft haben, sind wir im Auto und wieder auf dem Weg. Und wieder Map24 hilflos ausgeliefert, denn meine Norddeutschlandkarte hört just unter Hameln auf. Einen neuen FalkPlan kaufen? Ne, kommt nicht in Frage. Kostet doch Geld und wir sind im Urlaub, das kostet doch eh schon so fülle.
Auf der Autobahn ist das dann auch kein Problem mehr, es wird wieder kribbelig, als wir runter sind. Die ersten Straßen passen zu dem Map24 Ausdruck und wir fassen wieder Mut und glauben dem ollen Schrieb wieder. Doch in Bad Wildungen verfranzen wir uns, die Straße Sonnenallee soll in die Wasweißich Straße übergehen, doch von übergehen keine Spur. Die Wasweißich Straße ging eigentlich erst von der Wobinich Straße ab, die von der Sonnenallee abging. Also kurven wir durch Bad Wildungen, um einfach mal irgendwo rechts zu fahren. Peng sind wir auf der richtigen Straße und müssen nun noch unser Hotel suchen. 10 Minuten Fahrt und das Hotel ist gefunden. Wir parken, laden den Kinderwagen und das Kind aus. Wir blicken an uns runter, es ist warm, wir sehen aus wie Flodder und das ist ein vier Sterne Hotel. Ach Scheiß drauf, wir sind eine junge Familie, wir dürfen so aussehen. Rein ins Hotel und einchecken.
Die obligatorische Frage wir zu unserer Befriedigung beantwortet. "In unserem Hotel sind alle Ebenen per Fahrstuhl zu erreichen." Prima, wir fahren also erst mal in den vierten Stock und blicken auf vier Treppenstufen. Pah, Zimtzicke. Alle Ebenen sind zu erreichen, aber die Treppenstufen hat sie vergessen. Wir marschieren den Flur entlang, suchen unsere Zimmernummer und bleiben vor einer wuchtigen Durchgangstur stehen. Super, Tür auf, Kinderwagen durchrangiert und weiter. Und schwups stehen wir vor der nächsten Durchgangstür. Ich kriege echt nen Anfall, Sebastian bleibt erstaunlich ruhig. Tür auf und rein ins Zimmer. Platz mäßig, Zimmer schön, Babybett vorhanden. Ich bin erst mal wieder ruhig.
Bad Wildungen, der ach so tolle Kurort. Wir marschieren im Regen los. Berg auf, Berg ab. Ich als Nordeutsche Landpomeranze kriege Herzkasper, schiebe den Kinderwagen und gebe ihn dann irgendwann an Sebastian ab. Soll er das Ungetüm den Berg hochkacheln. Ich mach das nicht, bin eh schon außer Puste. Die angepriesene Altstadt sieht aus wie in Hameln. Aber es laufen hier überall alte Leute rum. Langsam dämmerts mir. Kurort....hallt es durch meinen Kopf. Ich überlege zum Friseur zu gehen, weil der tote Hund auf meinem Kopf mich wahnsinnig macht, verwerfe aber den Gedanken. Ich sehe mich mit Lockenwicklern und Omafrisur, bei dem Klientel, welches hier herumläuft. Vielleicht gehe ich in Fulda zum Friseur. Sebastian darf dann mit dem Baby was anderes machen. Mir egal. Mir geht das Wetter auf die Nerven und die vier Stufen und die zwei Durchgangstüren. Aber komischer weise erhole ich mich immer mehr. Ich werde immer gelassener. Vielleicht liegt das daran, dass ich vor 23.00h ins Bett gehe, nämlich um 20.00 / 20.30h.
Wir verbringen zwei ruhige Tage in Bad Wildungen, einen sogar im Schloss Friedrichstein (mit vielen Treppen und ohne Fahrstuhl versteht sich von selbst) und erholen uns trotzdem immer mehr. Wir essen einmal sogar mexikanisch mit bombastisch leckerem Essen. Leider keine Wickelmöglichkeit bei den Toiletten, so müssen wir das gröbste wieder einmal im Kinderwagen erledigen. Wetter Mist, Stimmung besser. Der Feedbackzettel beim Auschecken hat sich jedoch gewaschen. Von den Treppen bis zur nicht beschrifteten Marmelade am Frühstücksbuffet. Ich lasse nichts aus und lasse mich aus. Sebastian ist zufrieden und wir schieben den Zettel mit einem süffisanten Lächeln rüber. Nach uns die Sintflut, wir haben Urlaub. Wir packen ein, checken aus und fahren weiter. Sebastian fährt dieses mal. Ich umklammere die Map24 Zettel und ahne böses. Aber nunja, vielleicht ist Map24 dieses Mal zuverlässig. Die Hoffnung stirbt bekanntlich immer zuletzt.
25.07.2007 - 27.07.2007
Ich halte mich penibel an den ollen Map24 Zettel und dirigiere Sebastian prompt in die falsche Richtung. Wir bemerken es nach 30 Minuten. Ich könnte kotzen, doch noch viel mehr macht uns der Spritgeruch im Auto zu schaffen. Das Wetter ist gut, somit können wir die Fenster aufmachen, damit wir nicht gleich an dem Geruch ohnmächtig werden. Vom Gefühl her bewegt sich die Spritnadel auch verdächtig schnell. Schneller als sonst. Oder doch nicht? Wir halten in einem Wald und Wiesenkaff an und lassen uns in einer VW Werkstatt kurz durchchecken. Die Spritleitung ist wohl defekt, muß er bestellen. Dauert einen Tag. Wir blinzeln ihn an und schmollen. Aber bis nach Fulda können sie noch fahren. Wir nicken erleichert, zahlen für 10 Minuten Check 13,30 Euro und fahren weiter. Im Auto rechne ich mal den Stundenlohn nach und entscheide mich dazu Automechaniker zu werden. 14 Euro für 10 Minuten Arbeit ist schon fein. Als Orthoptistin kann man nur davon träumen. Aber nunja, zurück zur falschen Richtung.
Wir drehen, fahren wieder zurück. Wieder vorbei an Bad Wildungen und meine Laune ist auf dem Tiefpunkt. Scheiß Karte, scheiß Map24. Am liebsten würde ich die komplette Karte aus dem Fenster werfen, klammere mich aber weiterhin daran fest. Vielleicht stimmt zumindest eine Straße auf der Karte und wir kommen dahin wohin wir wollen. Endlich auf der Autobahn, dauert es nicht lange bis wir in Fulda sind. Von der A7 runter auf die B - irgendwas. Laut Plan soll die Bundesstraße in die Leipzigerstraße übergehen. Habe ich in anderen Städten schon viel gesehen und machen mir also keinen Kopf. Wir fahren und fahren und fahren und doch ist die Bundesstraße Bundestraße. Auch eine Abfahrt, die da Leipziger Straße heißt gibt es nicht. 2,5 Kilometer sind schnell gefahren und nichts ist, wie es der Plan verspricht. Ganz klasse. Mitten in Fulda drehen wir und fahren zurück auf der Bundesstraße. Doch wo nun abfahren. Wir fahren einfach mal rein, doch natürlich von der Leipziger Straße nichts zu sehen. Wir fahren hierlang, biegen da ab, sehen dort eine feine Kirche, hier ein schönes Hotel. Doch von Straße und Hotel nichts gesehen. Nach circa 30 Minuten sind wir in Fulda West und drehen abermals. Das Hotel muß im Zentrum sein.
So hoffen wir zumindest. Wieder einmal biegen wir irgendwo ab, fahren einfach frei nach Schnauze und sehen von den Sehenswürdigkeiten Fuldas gleich fast 90%. Mit einem Mal befinden wir uns auf der Straße, auf dem das Hotel sein soll. Zufall? Karma! Nachdem uns Map24 gesagt hat, dass die Leipziger Straße genau in die Lindenstraße übergehen würde, glauben wir auch an den Weihnachtsmann. Das Hotel ist gefunden, das Parkhaus ist abenteuerlich. Es geht vier Stockwerke in die Tiefe und, ein Glück, mit Fahrstuhl hinauf zum Hotel. Die ängstliche Frage nach dem Fahrstuhl brauchen wir nun also nicht mehr stellen. Babybett ist auf dem Zimmer und so fahren wir beruhigt, mit einem Plan Map24 eine Briefbombe zu schicken ins Zimmer. Die nette Dame an der Rezeption hat sogar noch mal nach dem Babybett gefragt und ob das Zimmer fertig sei. Alles wurde zu ihrer und unserer Befriedigung beantwortet. So drehen wir um, fahren mit dem Fahrstuhl hoch. Wir öffnen, gehen rein und wundern uns ein paar Sekunden darüber, dass das Bett aufgeschlagen ist.
Manchmal ist das Hirn erstaunlich langsam. Erst im Bad realisiere ich, dass das Zimmer nicht gereinigt und fertig gemacht wurde. Dass das Babybett fehlt, ist mir ja gleich aufgefallen, aber die vollen Aschenbecher und die Haare im Bad und die offene Seife haben einen Moment gebraucht bis sie im Hirn angekommen waren. Wir fahren wieder runter und reklamieren das Zimmer. Die Rezeptionistin entschuldigt sich, schnell wird umgebucht und wir bekommen ein Zimmer ein Stockwerk tiefer. Uns egal, Hauptsache Kinderbett und Nichtraucherzimmer. Wir marschieren also los. Zwei Betten, die auseinander stehen. Sebastian und ich schauen uns an und schieben die Betten erst einmal zusammen. Himmel, sind wir 40 Jahre verheiratet oder was? Dann heißt es auf das Kinderbett warten. Hoffentlich brauchen die nicht so lange, denn wir wollen doch noch in die Werkstatt. Nach 15 Minuten und zwei von uns erfolglosen Versuchen das ausgeklappte Schlafsofa wieder zusammen zu schieben, ist die Dame endlich da. Kinderbett da und sie hilft netterweise gleich mit, das Sofa zusammen zu schieben.
Schnell packen wir das nötigste zusammen, gehen zur Rezeption und bekommen einen Stadtplan von Fulda. Eine VW Werkstatt suchen wir und die nette Dame erklärt uns den Weg. Ich koche, als ich sehe, dass die Leipziger Straße drauf ist und diese in 100 Jahre nicht in die Lindenstraße übergeht. Zweimal abbiegen hätten wir müssen. Naja, wenn wir die Leipziger erst mal gefunden hätten. Map24 verfluchend, fahren wir nach Anweisung Richtung Werkstatt. "Nach den Bahngleisen ist die Werkstatt dann gleich auf der linken Seite!" Wir fahren, passieren die Bahngleise und halten nach der Werkstatt Ausschau. Doch wieder einmal kommt auch nach circa einem Kilometer keine Werkstatt. Wir fühlen uns an unsere Wegbeschreibung erinnert, halten bei einer Tankstelle. Ich frotzel "Bestimmt sagt die - nur 500 Meter in die Richtung und dann ist die Werkstatt da!" Sebastian geht rein, fragt und kommt raus.
"Hier ist keine Werkstatt in der Nähe!" Ich kreische, schaue meinen Mann entgeistert an, als der olle anfängt zu grinsen. "Nein, sie sagte: 500 m gerade aus und dann ist sie auf der linken Seite." Ich fühle mich verarscht, muss aber feststellen, dass die Tanktante Recht hatte. In der Werkstatt dürfen wir erst mal warten. Mittwoch - 15.30h und viele wuselnde Mitarbeiter bei VW. Aber ob in der Werkstatt noch jemand ist? Wir fragen nach 15 Minuten noch mal höflich nach und die junge Dame geht zu ihrem Personalchef, um zu fragen, ob nun ein Mechaniker frei ist. Sie wird ordentlich abgeduscht und angeraunzt. Schließlich sind viele Rechnungen zu schreiben. Der Typ wurschtelt wichtig weiter, die junge Dame ist peinlich berührt und wir wissen nicht weiter. Nach 15 Minuten erscheint ein Azubi und nimmt unser Auto mit, auf die Hebebühne und nen groben Check machen. Ob der weiß wo bei unserem Auto vorne ist? Schließlich ist er ja auch schon nen Moment lang alt.
Wir werden in die Werkstatt gerufen und man teilt uns mit, dass die Leitung kaputt sein muß. Dass wir die letzten Kilometer kein Benzin mehr gerochen haben, erwähnen wir natürlich nicht. Aber die Kerle prüfen morgen die Leitungen und schauen, dass sie weiterhelfen können. Freitag um 10.00h wollen wir wieder auf die Bahn und die VW Jungs versprechen ihr möglichstes zu tun. Mittels Shuttelservice werden wir mit Kinderwagen, Kind und Pack zum Hotel gebracht. Mein Magen hängt im Nirvana und um 17.00h frage ich mich, ob das Frühstück wirklich so lange her ist, wie es sich anfühlt. Endlich toben wir in die Stadt, wandern durch die Gassen und schauen uns Fulda an. Fulda ist schön, doch was wir suchen ist das Restaurant, was man uns empfohlen hat. Sebastian und ich unterhalten uns auf englisch, wie so häufig und ein paar Ortsschranzen lästern über mich. "Schau Dir die an, wenn die noch nen zweites Kind kriegt... mensch!" Ich drehe mich um und fauche die auf Deutsch an, dass ich sie sehr wohl verstehe. Peinliches Schweigen von den Damen, ein wütender Mann an meiner Seite und mein Selbstbewusstsein ist in der Nähe des Mittelpunkts der Erde.
Mit schlechter Laune erreichen wir den Italiener und essen wirklich, wirklich gut. Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen haben, gehen wir zurück zum Hotel und gehen wie immer früh ins Bett. Meine Laune wird besser, wobei Sebastian sich auch redlich Mühe gibt mich wieder aufzubauen. Er war ja schließlich auch kurz davor, die Weiber zur Rede zu stellen. Ich habe abgeblockt, weil ich auf derartige Szenen kein Bock habe und mir das peinlich gewesen wäre. Schließlich hätten die dann nur gesagt: "Ich meinte sie doch gar nicht!". Dass ich die einzige Frau in Reichweite mit Baby war, interessiert dann natürlich nicht.
Ans Schlafen ist jedoch lange nicht zu denken. Wir schlafen Richtung Hauptverkehrsstraße und der Straßenlärm erschlägt uns förmlich. Das Fenster zumachen können wir nicht, denn sonst steht die Luft und wir gehen ein. Am nächsten Morgen vorm Frühstück gehen wir an die Rezeption und fragen nach einem neuen Zimmer, da dieses einfach zu laut ist. Noah hat furchtbar unruhig geschlafen und wir auch. Die Rezeptionistin lenkt ein, gibt uns gegenüber ein Zweibettzimmer, Nichtraucher und wir können sofort umziehen. Wieder schleppen wir Koffer, Kram und Babybett ins andere Zimmer, atmen aber erleichtert auf, weil hier die Ruhe wirklich wundervoll ist. Wir gehen nach dem Frühstück gestärkt in die Stadt. Ich biege beim Friseur ab, frage nach einem Termin und darf just hier bleiben. Sebastian geht in die Stadt und bummelt mit Noah. Der ist eh müde und schläft auch gleich ein.
Ich lasse mir die Haare stutzen, plätten und mich sogar schminken und zahle nur 34,- Euro. In Bremerhaven darf ich für das Programm Minimum 60 Euro hinlegen. Sebastian holt mich ab und start mich mit offenem Mund an. "Man hast Du lange Haare, Schatz. Toll siehst Du aus!" Ich erzähle ihm, dass ein Fingerlang Haare abgeschnitten wurden und er mag es nicht glauben. Ich schleudere meine Haare durch die Gegend, fühle mich gut. Mit geplätteten, glatten Haaren entsteht auch interessanter Weise nicht so eine Hitze im Nackenbereich und ich habe kein Problem den ganzen Tag mit offenen Haaren durch die Gegend zu laufen. Wir bummeln, machen uns einen schönen, faulen Tag. Um 15.00h ruft die VW Werkstatt an und teilt uns mit, dass unser Auto fertig ist. Um 16.00h wird Seb vom Hotel abgeholt, um das Auto holen zu können. Die VWler haben nichts gefunden, aber ne Schelle ausgetauscht. Ich wußte nicht, dass unser Auto so was hat, aber es ist bestimmt gut, wenn die ausgetauscht werden. Mit 82 Euro verlässt Seb die Werkstatt. Wir gehen anschließend einkaufen und ich darf mich bei C&A in die Klamotten werfen. Mit Tüten beladen gehen wir zu dem zweiten Tip der Rezeptionistin. Doch trotz Nachfragen damals an der Rezeption müssten wir fünf Stufen erklimmen.
Wir entscheiden uns draußen zu bleiben, nachdem die Kellnerin zu Seb sagt: Sie können es drauf ankommen lassen mit dem Kinderwagen hier rein zu kommen. Wir wären diejenigen, die den verkeilten Kinderwagen nämlich wieder rausbuchsieren müssen und so bleiben wir bei schönem Wetter draußen. Die Kellerin kommt, nachdem Seb nach drinnen verschwunden ist, sich die urige Kneipe anzuschauen. Sie legt die Karten hin, schaut mich gar nicht an und ist unfreundlich. Ich maule, fühle mich unwohl und warte auf Seb. Wir bestellen Getränke und Seb kann sich nicht entscheiden, somit geben wir die Essensbestellung später auf. Ich bestelle Apfelwein. Aber die Norddeutschen scheinen etwas anderes darunter zu verstehen, als die Süddeutschen. Enttäuscht schaue ich mein Glas an. Zum einen schwimmt eine Fliege darin, zum anderen ist das ein großes Glas und ich wollte ein kleines. Ich werde immer kribbeliger. Fühle mich immer unwohler. Seb und ich geben die Essensbestellung auf. Wir sitzen an einer vielbefahrenen Straße und ich werde immer unruhiger. Nachdem Sebastian mir dies aus der Nase zieht, geht er rein und bestellt das Essen ab. Er zahlt. Der Koch nennt ihn Idiot, obwohl er in Hörreichweite ist. Sebastian ist sauer auf den Koch, ich auch und ich bin heilfroh da weg zu kommen. Seb schiebt Fieber von Noah vor, der leider quietschvergnügt im Kinderwagen strampelt.
Wir landen wieder beim Italiener und sind glücklich. Essen, Astmosphäre und Preis stimmt. Auto heile. Wir sind glücklich. Die Nacht über schlafen wir wieder ruhig und ruhen uns aus. Am Morgen stellt sich leichte Aufregung ein... Amazonentreffen...Wir steigen ins Auto, Sebastian greift sich abermals den Plan, nachdem wir uns geschworen haben, den verbrauchten Teil feierlich zu verbrennen. Wir zirkeln aus Fulda raus und sind wieder auf der Autobahn Richtung Bad Windsheim...
27.07.2007 - 29.07.2007
Das Amazonentreffen. Sebastian und ich sind voll kribbelig und aufgeregt. Es ist spannend die Leute kennen zu lernen, mit denen man schon länger schreibt, die man länger kennt und schön alte Gesichter wieder zusehen. Sebastian hatte Map24 in der Hand und ohne Schwierigkeiten mit dem Stadtplan Fuldas fanden wir die Autobahn recht schnell. Nach einiger Zeit fuhren wir ab, hielten uns wieder strikt an Map24, um wie so oft nicht da zu landen, wo wir hinwollten. Wir drehten um, fuhren in entgegen gesetzte Richtung und hielten uns an die Straßenschilder. Statt 6 Kilometer fuhren wir nun um die 15, aber wer glaubt nun noch Map24 irgendetwas. Endlich sind wir in Bad Wildungen und haben die OMV Tanke erreicht, von der LN gesprochen hatte. Flugs fragten wir nach der Straße und dem Weg und innerhalb von nicht 5 Minuten standen wir vor LadyNelsons Tür. Der Blick auf die Uhr sagte 11.45h. Gut, ich hatte zwar Mittag gesagt, aber 11.45h kann fast schon zur Mittagszeit zählen. Wir klingeln - nichts tut sich. Niemand daheim.
Wir rufen LNn an, die gerade am frühstücken in einem Cafe ist. Trotz Beteuerung, dass sie in Ruhe aufessen sollen, tobten Kanni und LN nach Hause, um uns Einlass zu gewähren. Da saßen wir auf dem Sofa und quatschten. Mit einem Mal sprang LN mit einem hektischen Blick auf die Uhr auf. Es war mittlerweile 13.45h und LN tobte mit Schlüssel aus der Tür, Darkflint am Bahnhof abzuholen. Wir hatten uns verquatscht, so dass der Gute bereits eine Stunde auf Abholung wartete. Nach 30 Minuten waren wieder alle vereint und tratschten weiter, bis abermals ein Telefonanruf kam. Der OdeW würde vor den Toren des Campingplatzes warten, dass endlich jemand käme. Ratlose Blicke allerorts, denn vom OdeW hatte sich niemand angemeldet und schon gar nicht der ganze OdeW. Ins Auto gesprungen, in 5 Minuten beim Campingplatz begrüßten wir Merrick und Mystery vom Neuen Reich. Es stellte sich heraus, dass hier ein einfaches Hörproblem von Seiten Kannis der Auslöser des OdeW-Mißverständnisses war.
Nach und nach trudelten Schmiddey, Silvana, Babe, Ezekiel und Stephanie ein. Mit vereinten Kräften wurde das Großraumzelt von Mystery aufgebaut, welches uns später vortreffliche Dienste leisten sollte. Schmiddey und ich veranstalteten daraufhin einen Aufbauwettbewerb der Pavillions. Dieser wurde jedoch wegen mangelnder Hände abgebrochen. Mit drei oder vier Mann bauten wir dann einen Pavillon auf. Für Regenschutz war somit gesorgt. Kanni, Jalina und Darkflint gehen noch einmal einkaufen, um Getränke und anderen Schnickschnack zu besorgen. Nach und nach stehen immer mehr Zelte auf dem Zeltplatz und manch ein Zeltaufbau wurde mit Kommentaren versehen. Immer mehr trudelten ein, man unterhielt sich und die Stimmung war wirklich klasse.
Priscylla, Babe, Merrick, Michelle, Tirgatao sind nur einige, die Noah verzauberte. Er war jedoch wirklich herzig das Wochenende. Die Abende endeten jeweils mit einem schönen Lagerfeuer, an dem Geschichten erzählt wurden und auch Marshmallows gegrillt wurden. Der Morgen war wie immer zu schnell da, die Nacht dieses Mal für uns zu kurz. Wir sind natürlich von unseren bisherigen Urlaubsschlafenszeiten abgewichen und spät ins Bett gegangen. Doch der kindliche Wecker war unerbittlich um 7.00h an und wach und wollte gefüttert werden. Pri, Schmiddey, Tao, Babe und ich probten den Gesangsauftritt für LN. Es sollte eine Ode an unsere Königin werden und mit Subway to Sallys "Herrin des Feuers" wollten wir ihr Danke sagen. Auch wenn ich mich sträubte und Schmiddey am liebsten seine Gitarre geklaut hätte, klappte der Auftritt abends, wieder meinen Erwartungen, sehr gut.
Getoppt hat jedoch Kanni die Sache, denn er machte nach unserem Auftritt vor LN einen Kniefall und bat ihn zu heiraten. Natürlich sagte sie ja und lag ihm weinend und furchtbar gerührt in den Armen. Ich konnte nur auf und ab springen und meinen Mann umklammern. Ich mußte jedoch zu späterer Stunde versichern, dass natürlich Sebastians Heiratsantrag viel romantischer und schöner war, als der von Kanni. Aber das versteht sich von selbst, dass ich so empfinde. Natürlich verbrannten wir unsere verbrauchten Map24 Zettel. Doch leider gab es zumindest mir nicht die Befriedigung, die ich erwartet hatte. Vielleicht war der Plan mit der Briefbombe doch nicht so abwegig. Alles klang dann am Sonntag aus, langsam wurde abgebaut, verabschiedet und nach und nach fuhren alle ab. Sebastian und ich waren die letzten auf dem Campingplatz, was jedoch an der vollen Windel Noahs lag. Also packten wir wieder alles ein, fuhren Richtung Autobahn, die wir nun at Hock fanden und düsten auf der A7... in die falsche Richtung.
29.07.2007 - 30.07.2007
Wir hatten das Schild leider zu spät gesehen und so fuhren wir einige Kilometer in die falsche Richtung, um abzufahren und nun endlich in Richtung Kassel zu düsen. Der Weg auf der A7 war voll. Die Idioten, die sich in der letzten Woche zurückgehalten hatte, schienen sich auf der A7 verabredet zu haben. Stau, Baustelle, Regen und schlechte Sicht waren unser Begleiter bis nach Kassel. Von der Autobahn runter klammerte ich mich wieder an meinen Map24 Zetteln und betete zu Gott, dass sie dieses Mal stimmen würden. Natürlich war ich skeptisch, denn wieder einmal sollte alles gerade ausgehen und von da aus das Hotel ganz einfach zu erreichen. Ich hielt die Augen offen und ich entdeckte die Straße auf dem das Hotel liegen sollte. Natürlich kreuzte sie unsere Straße und so bat ich Seb rechts abzubiegen. Ich vertraute auf meine Intuition und lag ... falsch. Wir fuhren, bis zu einem abgesperrten Areal, wo ein Fahrradrennen veranstaltet wurde. So einfach drehen konnten wir aus dem Grund schon nicht mehr.
Nachdem wir die Rettungskräfte fragten, fuhren wir um den Block und kamen wieder auf die richtige Straßen, fuhren in die richtige Richtung und fanden nach 15 Minuten Fahrt dann auch endlich das Hotel. Wir mussten eine schräge Rampe mit Kinderwagen, Kind und Krams hoch, gingen den Hoteleingang rein und checkten ein. Die ängstliche Frage unsererseits nach dem Fahrstuhl wurde belächelt und bejaht. Wir kurvten also um die Ecke zum Fahrstuhl und lächelten noch solange, bis die Türe des Fahrstuhls aufging. Ich blickte Seb an und mußte lachen. Nie und nimmer würde unser Kinderwagen da hineinpassen. Von uns beiden mit Gepäck mal abgesehen. So klappten wir den Schieber ein, stellten den Kinderwagen quer rein, dass die Türen sich gerade so schlossen und rannten um die Wette in den ersten Stock. Noah blickte uns verwirrt an, als sich die Türen des Fahrstuhls wieder öffneten und er allein mit seinem Kinderwagen im Fahrstuhl gefahren war. Das hatten wir auch noch nie erlebt.
Wir gingen also zum Zimmer, von dem man uns versichert hatte, dass das Kinderbett bereits bereitgestellt worden sei. Natürlich war kein Kinderbett da und der Anruf an der Rezeption ließ nicht lange auf sich warten. Kaum war es da, gingen wir dann auch ins Bett, damit wir am nächsten Morgen zeitig nach Hause konnten. Ohne größere Schwierigkeiten fanden wir dieses Mal den Weg. Den kannten wir ja ein Glück. Kaum angekommen, wartete das häusliche Chaos auf uns. Unsere Katzen, die unser netter Nachbar gesittet hatte, hatten deutlich gezeigt, dass unsere Abwesenheit ihnen nicht geschmeckt hat und so war 80% der Aufräumarbeit, die auf uns wartete durch die Katzen verursacht.
Mein Fazit aus diesem Urlaub:
--> Traue niemals einem Reisebüro. Erkundige Dich vorher und gehe mit festen Vorstellung zur Buchung. Buche über das I-Net und erkundige Dich vorher per Telefon bei den Hotels über deren Modalitäten (Fahrstuhl, funktionierender Wellnessbereich, Babybetten, Lautstärke...)
--> Traue niemals Map24! Und ich meine wirklich niemals. Nie lag die Wegbeschreibung richtig und ich könnte sie immer noch dafür verhauen.
--> Das kinderfreundliche Deutschland existiert nicht, denn man scheint unter ebenerdig fünf Stufen zu verstehen.
--> Die Minibarpreise waren interessant und man sollte aufpassen, bevor man eine Cola öffnet (variierten in dem Fall zwischen 1,90 und 3,10 für eine einfache Cola)
--> Ich mache nie wieder einen Urlaub, bei dem ich nie wirklich zum Auspacken des Koffers komme.
--> Ich wünsche mir ein Navigationssystem.
--> Daheim ist es doch am Schönsten.
Nach oben
|
Autor: Rael_Steinbrecher

Meine Gladiatorin existiert seit 2003. Mein Werdegang ging von Legendenheim zum Orden der Rose bis zu den Amazonen. Dort bin ich seit Mai 2007 zu finden. TA dient für mich als Entspannung und vor allem als kreative Auslebungsmöglichkeit durch das RPG. Ich bin am 21.08.1975 geboren, als Orthoptistin und QMB tätig gewesen bis Januar 2007. Nun beruflich Mutter."
Druckversion
|