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Psychiatrie des Nordens - Gummizellen für alle!
Einige mögen sich fragen, was ich dieses Mal ausgeheckt habe um euch, die werte Leserschaft, ein wenig zu unterhalten.
Ausgeheckt habe ich wahrlich nichts. Doch wie schon in der letzten Ausgabe des Götterboten zu lesen gewesen sein dürfte, habe ich meine Spione überall und nirgends im Imperium des Painkiller. In Griechenland, bei den Amazonen, nahe den Wüstenvölkern, bei den Kelten. Aber auch im hohen eisigen Norden halten sich einige der für mich tätigen Männer und Frauen auf um mich möglichst immer auf dem neuesten Stand zu halten - unter anderem, damit ich euch Lesern jeden Monat eine neue Skandalgeschichte liefern kann.
Bereits zur letzten Ausgabe hatten meine Leute Informationen über das seltsame Verhalten der Bewohner einer ganz speziellen, besonders für mich sehr speziellen und besonderen Provinz gesammelt. Doch es waren nicht solche Daten über den Akt der Hygiene sondern vielmehr erschreckende Worte, die mich erreichten:
Alle Midgard\'ler sind in der Geschlossenen!!!
Natürlich war meine Neugierde sofort geweckt, denn schließlich hatte ich an der Gründung der Allianz einen gewissen Anteil und die Freunde von früher sind mir noch heute verbunden, halfen mir einst beim Aufbau des Waldreiches Nervión und auch sonst riss der Kontakt nie ab.
Es war also nur logisch, dass ich die besten meiner Agenten in den Norden sandte und sie die letzten Wochen damit verbringen ließ alles zusammen zu suchen, was sie finden konnten und einen detaillierten Bericht abzuliefern.
Nach einigen Tagen schon bekam ich die ersten Zwischenberichte und -bilanzen, aus denen klar hervorgeht, wer die Psychiatrie im Norden, wie der Codetitel für Midgard im Folgenden lauten wird, zu verantworten hat: Niemand geringeres als der König, Erid\'Dalis; in der Anstalt besser bekannt als der gefürchtete Prof. Dr. rer.nat. med.vet. little-big Grillybuddha. Er gründete nicht nur mit einigen Freunden, die nun alle seltsamer Weise in einer mit Gummi beschichteten kleinen Zelle hausen, das \"Sanatorium\" Festung Midgard, wie er es gerne bezeichnet, sondern sorgte sogar dafür, dass eben diese Freunde dort landeten, da sie den Professor nicht als ihren mit Grillkohle bestaubten Gott anerkennen wollten. Er also, der Wahnsinnige schlecht hin, der eine Wurstzange als Szepter erkoren hat, befindet sich nach eigenen Selbstüberprüfung der Gesundheit und Psyche für völlig gesund und normal - nur der Rest sei eben nicht so und daher würdig in der Psychiatrie des Nordens eingelagert zu sein.
Auf meinen Wunsch hin haben sich meine Getreuen in diese Einrichtung gewagt, sich fragwürdigen Heilungspraktiken unterzogen und so einiges herausgefunden.
So lebt an der Seite des Erid\'Dalis die werte Calisha, die einstmals versuchte durch ihre warme und mütterliche Art ein heimisches Gefühl für die eingesperrten Kreaturen zu sorgen. Allerdings hatte der nachweislich temporär so enge Kontakt zu all den Kranken den Effekt, dass sie nun selber Irre geworden ist und von ihrer warmen mütterlichen Art, für die sie im hohen eisigen Norden besonders geschätzt wurde, nicht mehr allzu viel vorhanden ist - besser gesagt gar nichts.
Dann gibt es da noch Champ, die Allianzschildkröte von den Galapagosinseln. Seine gefürchtete, wenngleich zum Einschlafen geeignete Krötenpanzerrolle verlangsamt alle Abläufe innerhalb des Irrenhauses. Und zwar ausnahmslos alle, sogar solche an denen er nicht beteiligt ist. Besonders schlimm soll sein Geschwindigkeitsdefizit im Bereich der Tablettenverteilung sein. Frei nach dem Motto: Eine für Kröti, einen für den Patienten, eine für Kröti, eine für den Patienten...\"
Schaue ich weiter auf meine Unterlagen, so springt mir ein Name besonders ins Auge, der einfach nicht fehlen durfte - immerhin ist er auch ohne Anstalt verrückt, soviel steht fest: Setrox, die Partymaschine. Laut meinen Informanten bekommt der Herr dreimal am Tage Auslauf aus seiner isolierten Einzimmerwohnung. Allerdings nicht aus Nettigkeit des Professors Erid\'Dalis sondern vielmehr damit Setrox seiner Inkontinenz nicht freien Lauf lässt und in die Ecke schifft. Ansonsten lebt er 24 Stunden in einer Party, kennt nur Alkohol, Sex, Alkohol, Sex und natürlich seine Mami!
Zusätzlich heißt es, dass in der Psychiatrie ein Eichhörnchen umher rennt, das sich wie eine Killermaschine aufzuführen sucht und auf den seltsamen Namen Amontherion hört - auch bekannt als AC/DC: Anti Christ/Devils Child!
Besonders zu beachten ist, dass Chemikalchen, wie er von mir liebevoll genannt wird, trotz seinem pseudohaften Killerverhalten jeden Nachmittag im Park der Anstalt hockt und sich von weiblichen Gestalten streichelt lässt - wobei sein buschiger Schwanz ständig in die Höhe zeigt.
Aber auch ein laues Lüftchen darf selbstredend nicht fehlen, wenngleich dieser Wind, The Air, durch jedes Schlüsselloch guckt, sich in so ziemlich jedem Bad der Geschlossenen aufhält, sich gerne hinter Umkleidevorhängen versteckt und dabei vorzugsweise jedes bisschen nackte Haut fotografiert, das ihm vor seine Linse kommt - besonders hat er dabei ein Faible für weibliche nackte Haut.
Aber nicht nur alteingesessene Schwachmaten sind in der Psychiatrie des Nordens ansässig, sondern auch Neuirre beheimaten sich gerne dort. So zum Beispiel auch Farodir, der sich zum Lebensmotto gemacht hat \"Springt der eine in den Brunnen, so springe ich ihm hinterher!\" - Die damit zwangsläufig zu erwartenden Unfälle dürfte man sich also ohne größere Probleme an den Fingern abzählen können.
Zur allgemeinen Unterhaltung dient der Nussknacker. Es heißt, dass wer auch immer mit ihm auf einem Zimmer liegt, bekommt die Abartigkeit und Perversion seiner Krankheit zu spüren, da er durch und durch mit weiblichen Hormonen zugekleistert und vollgedröhnt wurde - denn immerhin quasselt er mehr als die Mehrheit der insässigen Frauen.
Aber auch das Päpstchen des Nordens, Urban, wurde eingeliefert, da er scheinbar an einem Persönlichkeitsbildfindungsvirus, gekoppelt mit totalem Virtualitätsverlust, leidet. Laut den Berichten hält er sich nämlich für die amerikanische Außenministerin Rice. Er spricht so komisch wie sie, zieht sich seltsamere Frauenkleider als Lady Amaran an und trägt ständig und immer und überall einen komischen rostbraunen Lippenstift!
Der Hausmeister, bekannt unter dem Pseudonym Tarim, macht sich wohl ganz gut in seiner Position, meckert allerdings sehr häufig über diverse Dinge. Besonders hat er wohl ein Problem damit, wenn der Pillenverteiler, der uns schon als Champ vorgestellt wurde, die Donnerbalken mit Tabletten verstopft hat, wenn ein Patient den ihm zugedachten Teil nicht verputzen wollte und die Kröte auch nichts mehr hinunter bekommt.
Im Weiteren hätten wir dann noch das einstige Staatsoberhaupt der Psychiatrie des Nordens, T0tenGraeber. Der Sensenmann, oder auch Leichenschänder, wie er heimlich hinter vorgehaltener Hand betitelt wird, kommt nur nachts aus seinem Gummiappartement heraus und nimmt jeden mit sich, der nicht die vorgeschriebene Speerstunde einhält. Jedoch weiß niemand so recht wohin der Nekromant diese armen Wesen verschleppt, doch es wird gemunkelt, dass man über den Tag Schreie aus dem Nordflügel des Sanatoriums hören könne.
Man sieht also, so ganz rund laufen sie alle nicht, im hohen Norden. Woran das liegen mag ist reiner Spekulatius. Die Theorien reichen dabei von unterkühltem Hirn über Drogenmissbrauch bis hin zur teilweisen Amatisierung, die zumindest bei einigen der genannten Gestörten nachweisbar ist.
In diesem Sinne beende ich meinen Bericht und bin gespannt, was man als nächstes aus der Anstalt meiner Freunde und Brüder hören wird, wobei mir einfällt, dass meine Elektroschocktherapie mal wieder fällig wäre.
Kontakt: Amaran.Jovian@gmx.net
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Autor: ehemaliger Autor
Dieser Autor hat für den Götterboten gearbeitet, das Team dann aber verlassen.
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